Untertage-Verlagerungen und andere Geheimprojekte im Harz

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V2
Die vor alliierten Bombenangriffen ungestörte Produktion der "V2" war ein wichtiger, aber nicht der einzige Grund für die Verlagerungen unter die Erdoberfläche.
In der Spätphase des Zweiten Weltkrieges fassten die Machthaber des Dritten Reiches den Entschluß, wichtige Fabrikanlagen bombensicher an unterirdische Orte zu verlagern. Auslöser hierfür war der vernichtende Bombenangriff auf die Rakentenfabrik und das Testgelände in Peenemünde.

Die Rüstungsindustrie und dringend notwendige Grundversorgungsanlagen und Materiallager wollte man zukünftig vor derartigen Luftangriffen schützen. Außerdem dienten die Maßnahmen der Sicherheit der nur schwer ersetzbaren Arbeiter. Des Weiteren bestand so die Möglichkeit, den Feind im Unklaren über die noch vorhandene Wirtschaftsleistung des Deutschen Reiches zu lassen. Ein kleiner Teil der untertägigen Anlagen diente zudem als Lagerraum für bedeutsame Kunstgegenstände.

Die Harzregion eignete sich hervorragend für solche Maßnahmen. Einige der bedeutendsten U-Verlagerungen befanden sich demzufolge im Umfeld des Gebirges. Ganz besonders heraus sticht hier das sog. Mittelwerk im Kohnstein bei Nordhausen. An diesem verborgenen Ort montierten Häftlinge des angrenzenden Konzentrationslagers Mittelbau-Dora das "Aggregat 4" - besser bekannt unter der Propagandabezeichnung "V2". Doch diese unterirdische Raketenfabrik stellte längst nicht das einzige derartige Objekt im Harz dar.

Bei all diesen getarnten Fabriken und Lagerstätten muss man unterscheiden in untertägige Areale (U-Verlagerungen) und oberirdische verborgene und geheime Anlagen. Zu letzteren gehörten u.a. das Werk Tanne bei Clausthal-Zellerfeld und das Werk Kiefer bei Herzberg.

Die U-Verlagerungen (Untertage-Verlagerungen) wurden nach einem systematischen Schema mit Tarnnamen versehen. Im Harz waren auf Grund der natürlichen Gegebenheiten besonders die großen Höhlen von Bedeutung. Diese erhielten Bezeichnungen aus dem Münzwesen. Des Weiteren gab es vor allem im weichen Gestein des Harzvorlandes zahlreiche neu angelegte Stollen mit Tarnbegriffen aus der Geologie. Relikte des Bergbaus nutzte man ebenfalls als Lager und für kleinere Betriebsstätten. Hier kamen Fisch- und Amphibiennamen als verschleiernde Benennungen zur Anwendung. Obendrein verwendete man seinerzeit noch diverse weitere Tarnbezeichnungen, so dass ein und dasselbe Objekt mehrere dieser Namen tragen konnte.

Nicht alle geplanten Untertage-Verlagerungen und sonstigen Geheimprojekte wurden fertig gestellt. Bei vielen erfolgte nur der Beginn der Bauvorhaben, welche sich bei Kriegsende in unterschiedlich weit fortgeschrittenem Zustand befanden. Manche der vorgesehenen Objekte kamen nicht zuletzt auf Grund des Kriegsverlaufes nicht über die Planungsphase hinaus.


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Übersicht - Untertage-Verlagerungen (U-Verlagerungen) im Harzgebiet

Weitere Geheimprojekte im Harz:
Das Werk Tanne

Weitere Informationen:
Die Gedenkstätte Langenstein-Zwieberge | Die Gedenkstätte Ellrich-Juliushütte | Die Gedenkstätte Mittelbau-Dora | Die Heimkehle

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