Die Untertageverlagerung "Makrele II"

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Im Süden von Halberstadt erstreckt sich ein großes bergiges Areal. Die dortigen bewaldeten Sandsteinfelsen stellen ein weitläufiges Gebiet für Sport, Erholung und sonstige Freizeitgestaltung dar. In das weiche Gestein haben die Menschen schon in undatierbarer Vergangenheit unzählige größere und kleinere Hohlräume hineingearbeitet. Diese boten Schutz vor der Witterung und dienten zum Teil auch als Wohnhöhlen.

In der letzten Phase des Zweiten Weltkrieges suchten die Machthaber des "Dritten Reiches" nach Möglichkeiten zum Schutz der kriegswichtigen Produktion vor den Bomberangriffen der Alliierten. Die allseits bekannten Höhlen im Sandstein gerieten dabei folgerichtig sehr schnell ins Blickfeld.

Dies betraf auch die sieben nahe beieinander gelegenen Höhlen unweit der Ausflugsgaststätte "Sternwarte" am Rande der Halberstädter Klusberge. Sie wiesen zwar lediglich Flächen bis maximal 200 Quadratmeter auf, doch nach Einschätzung der Junkers-Werke war dies ausreichend für den Bau von Flugzeugteilen.

Der Vorteil lag in der sofortigen Verfügbarkeit der Höhlen - nach der Kündigung der Pachtverträge der bisherigen Nutzer, welche dort Champignons züchteten. Des Weiteren waren für die Aufnahme der Rüstungsproduktion keine größeren Umbauten nötig. Ab März 1944 begann deshalb unter dem Decknamen "Makrele II" sowie unter großzügiger Auslegung der behördlichen Genehmigung seitens der Junkers-Werke die Einrichtung der Hohlräume im Sandstein für die Produktion von Tragflächen für die "Ju88".

Es war geplant, von den Höhlen an der "Sternwarte" unterirdisch eine Verbindung zur benachbarten Rüstungsfabrik "Makrele I" herzustellen. Zu diesen Arbeiten ist es jedoch auf Grund des Kriegsverlaufes nicht mehr gekommen.

Nach Kriegsende erfolgte die Demontage der Maschinen der Untertage-Verlagerung "Makrele II" durch die Rote Armee. Die Fabrikanlagen schickte man als Reparationsgüter in die Sowjetunion.

Die nun leeren Räume der Untertage-Verlagerung blieben weitestgehend erhalten. Sie befinden sich heute auf Privatgelände und sind nicht frei zugänglich. Im angrenzenden öffentlichen Raum gibt es keine Hinweise auf dieses Relikt der deutschen Vergangenheit.


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Weitere Informationen:
Die Untertage-Verlagerung "Makrele 1" | Halberstadt | Die Klusberge | Untertage-Verlagerungen und andere Geheimprojekte im Harz

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