Der Entensumpf

Der Entensumpf - kleiner ehemaliger Bergbauteich bei Clausthal-Zellerfeld
Hohe Bäume umgeben den Entensumpf und verleihen dem Gewässer ein düsteres Erscheinungsbild.
Der Entensumpf ist ein kleiner ehemaliger Bergbauteich im Oberharz. Er befindet sich in einem Waldgebiet südöstlich von Clausthal-Zellerfeld. Im Entensumpf wird die Innerste nur wenige dutzend Meter hinter ihrer Quelle erstmals angestaut.

Das Gewässer wurde im 17. Jahrhundert unter dem Namen Oberer Innerste bzw. Neuer Benedicter Teich angelegt. Es diente der Versorgung der Erzgrube Benedicte, welche sich weiter nördlich in der Nähe des Oberen Pfauenteiches befand. Des Weiteren konnte von diesem Stauteich Wasser über den Oberen Kehrzuggraben und den Benedikter Wasserlauf in den Hirschler Teich geleitet werden.

Nachdem der Entensumpf für die Wasserversorgung des Bergwerkes nicht mehr benötigt wurde, erhielt er vom Rat der Stadt Clausthal eine neue Bestimmung. Ab sofort hatte das in Rathsteich umbenannte Gewässer die Aufgabe, Trinkwasser für diese Bergarbeiterstadt bereitzustellen. Um das kostbare Naß dorthin zu befördern, wurde eine hölzerne Wasserleitung vom Entensumpf in die Stadt verlegt.

Der ungefähr acht Meter hohe Staudamm wurde in alter Oberharzer Bauweise errichtet. Im angestauten Wasser stand einst ein Striegelhaus, welches durch einen hölzeren Steg mit dem Teichdamm verbunden war.

Die Form des Entensumpfes unterscheidet sich von den üblichen Ausmaßen der meisten anderen Oberharzer Teiche deutlich. Der Abstand vom Staudamm zum gegenüber liegenden Ufer beträgt maximal 45 Meter, während das Gewässer eine Länge von ungefähr 170 Meter aufweist. Das vergleichsweise breite und leicht nach Nordwesten bzw. nach außen gebogene Staubauwerk ist rund 200 Meter lang.

Der somit relativ kleine Entensumpf wird von hohen Bäumen gesäumt. Das Gewässer ist auf den ersten Blick nicht als von Menschenhand geschaffen zu erkennen. Durch den vegetationsbedingten geringen Lichteinfall wirkt der Teich stets ein wenig düster, sogar beinahe mystisch. Sowohl Nord- als auch Südufer werden von sumpfigen und unwegsamen Arealen geprägt.

Im Sommer könnte man im Entensumpf baden, denn es gibt im Osten einen dafür geeigneten flachen Uferbereich. Doch die Umgebung wirkt unheimlich, fast schon etwas bedrückend. Aber es gibt bestimmt auch Menschen, die gerade das besonders reizvoll finden.

Der Entensumpf gehört heute zu den passiven Bestandteilen des Kulturdenkmals "Oberharzer Wasserregal". Er steht seit dem Jahre 1978 unter Denkmalschutz und seit Juli 2010 obendrein auf der Weltkulturerbeliste der UNESCO.

Sie können das historische Gewässer sehr einfach über die Bundesstraße 242 erreichen. Kurz hinter dem östlichen Ortsausgang von Clausthal-Zellerfeld befindet sich ein nach dem Entensumpf benannter Waldparkplatz. Von diesem sind es nur noch wenige dutzend Meter Fußweg bis zu dem kleinen Teich.

Ein schmaler Pfad führt in Ufernähe um den Entensumpf herum, welcher sich dadurch in relativ kurzer Zeit umwandern läßt. Ebenso ist es möglich, zu diesem ehemaligen Bergbauteich von den nahen Orten Clausthal-Zellerfeld oder Buntenbock auf gut ausgeschilderten Wanderwegen zu gelangen. Nur wenige Meter östlich des Entensumpfes befindet sich die Innerstesprung genannte Quelle der Innerste, zu der ebenfalls ein Wanderweg führt.


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Weitere Informationen:
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