Der Untere Nassenwieser Teich

Der Untere Nassenwieser Teich - ein aufgegebener Bergbauteich bei Buntenbock
Eine unwegsame "Nasse Wiese" befindet sich heute auf dem Areal des einstigen Unteren Nassenwieser Teiches.
Der Untere Nassenwieser Teich war ein in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts angelegter Bergbauteich im Oberharz. Dieses heute aufgegebene künstliche Gewässer befand sich nordöstlich von Buntenbock unterhalb des etwas größeren Oberen Nassenwieser Teiches und oberhalb des Bärenbrucher Teiches. Es diente der Wasserversorgung der Erzgruben des Rosenhöfer Zuges westlich von Clausthal und war Teil einer mehrstufigen Teichkaskade.

Im Unteren Nassenwieser Teich wurde die Innerste angestaut. Neben geringen Mengen Oberflächen- und Quellwasser gelangte vor allem das überschüssige Wasser des höher gelegenen Oberen Nassenwieser Teiches in dieses Gewässer. Auch nicht benötigtes Wasser aus dem Unteren Kehrzuggraben konnte in den Unteren Nassenwieser Teich abgegeben werden. Dieser wiederum war durch einen Wassergraben mit dem Pixhaier Teich verbunden. Ebenso konnte das Wasser aus dem Unteren Nassenwieser Teich in den Bärenbrucher Teich fließen.

Der Damm des Unteren Nassenwieser Teiches weist eine Länge von etwa 150 Metern und eine Höhe von ca. 6,50 Meter auf. Hinter ihm staute sich einst ein rund 200 Meter langes und bis zu 100 Meter breites Gewässer an. Das maximale Fassungsvermögen lag bei etwas weniger als 50.000 m³ Wasser.

In der Bergbau-Ära war der Untere Nassenwieser Teich der östlichste Teich, welchen man ausschließlich dem Oberen Rosenhöfer Gefälle zuordnete. Die Höhenlage entsprach ungefähr der des Alten Wasserläufer Teiches am südlichen Ortsrand von Clausthal.

Das von Menschenhand erschaffene Gewässer wurde noch bis in die 1970er Jahre hinein genutzt. Zu einem späteren Zeipunkt gab man es auf, weil es Probleme mit der Dammdichtung gab. Es erfolgte daher ein klassisches Durchstechen des Teichdammes, um künftige von diesem Bauwerk ausgehende Gefahren auszuschließen.

Hinter der Dammruine befindet sich heute ein winziges flaches Gewässer mit wenigen hundert Quadratmetern Fläche. Dieser kleine Teich ist auf Grund der üppigen Vegetation praktisch unzugänglich. Er zeigt aber an, dass die Dammdichtung zumindest in gewissen Grenzen doch noch funktionstüchtig sein muss.

Das frühere Teichareal präsentiert sich in unseren Tagen als unwegsames Sumpfgelände. Die einst hier vorhandenen "Nassen Wiesen" am Oberlauf der Innerste entstehen nun erneut. Nur langsam erobert sich auch der Wald den Teichgrund zurück.

Als passiver Teil des Oberharzer Wasserregals steht der Untere Nassenwieser Teich heute unter Denkmalschutz. Seit dem Jahre 2010 gehört er außerdem zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Dem Unteren Nassenwieser Teich fehlen fast alle Merkmale eines attraktiven Wanderzieles. Nur wenige, nicht ausgeschilderte schmale Pfade führen zu dem einstigen Bergbauteich hin. Der Damm ist dicht bewachsen und nur schwer begehbar, das Umfeld von Feuchtigkeit durchtränkt und für Menschenfüße entsprechend instabil. Zum Baden eignet sich das kleine Restgewässer überhaupt nicht.

Ein Besuch des früheren Bergbauteiches lohnt sich für montanhistorisch Interessierte aber vielleicht dennoch. Wer das komplizierte Zusammenspiel der unzählichen wasserwirtschaftlichen Anlagen im Oberharz besser verstehen will, kann wohl kaum genug dieser Objekte besichtigt haben.


Anzeige:

 Immer ein Ziel vor den Augen: 111 Orte im Harz, die man gesehen haben muss

Weitere Informationen:
Teiche im Harz | Das Oberharzer Wasserregal | Das Rosenhöfer Revier | Die Innerste | Der Bärenbrucher Teich | Der Obere Nassenwieser Teich | Der Untere Kehrzuggraben

In der näheren Umgebung befinden sich:
Buntenbock | Clausthal-Zellerfeld | Der Alte Wasserläufer Teich | Der Pixhaier Teich | Der Parkplatz Entensumpf

Anzeige:

 Damit Ihr Aufenthalt im Harz ein voller Erfolg wird: Die schönsten Tal- und Höhenwanderungen. 50 Touren. Mit GPS-Tracks (Rother Wanderführer)

HomeInhaltsverzeichnisImpressum • Foto: fm