Die Sandhöhlen im Heers

Sandhöhlen
An den Sandhöhlen im "Heers" bei Blankenburg
Die Sandhöhlen sind ein in wesentlichen Teilen vom Menschen geschaffenes Kultur- und Naturdenkmal. Sie befinden sich auf einer Lichtung im Heers, einem größeren Waldgebiet zwischen Blankenburg und Halberstadt. Das etwa fußballfeldgroße Areal mit seinen bizarren Sandsteinfelsen ist ein beliebtestes Wander- und Ausflugsziel.

In der jüngeren Vergangenheit haben die eindrucksvollen Felsformationen ihren Bekanntheitsgrad deutlich verändert. Aus dem einstigen Geheimtipp, welcher gut in den Wäldern des Heers versteckt und auf Grund fehlender Hinweisschilder nur Insidern bekannt war, wurde eine überregionale populäre Touristenattraktion. War die von ausgehöhlten Felsen umgebene Lichtung vor Jahren ein sehenswerter, aber meist recht einsamer Ort, stellt sich heute die Situation völlig anders dar. Zu fast jeder Tageszeit sind die Sandhöhlen gut besucht und dank unzähliger Wegweiser auch nicht mehr zu verfehlen. Die Nummernschilder der am Waldrand geparkten Fahrzeuge zeigen, dass die Besucher zum Teil aus recht großer Entfernung anreisen.

Dabei waren die bis zu 10 Meter hohen bizarren Sandsteinfelsen nie wirklich unbekannt. Seit Menschengedenken übt dieser eigentümliche Ort im Wald eine magische Anziehungskraft aus. Bereits in frühgeschichtlicher Zeit soll sich hier ein Thingplatz der germanischen Urbevölkerung befunden haben, wo diese ihre Versammlungen abhielt.

Eine rund zwei Meter hohe Sandsteinformation ragt mitten auf dem ansonsten ebenen Platz im Zentrum der Anlage empor. Möglicherweise hatte dieser exponierte Felsen einstmals eine besondere Funktion. Üblicherweise wird solchen Orten unterstellt, Schauplatz heidnischer Kulthandlungen gewesen zu sein. Mangels belastbarer Überlieferungen bleibt dies aber nur eine - wenn auch nicht abwegige - Spekulation.

Die Höhlen selbst entstanden durch Menschenhand im Verlauf vieler Jahrhunderte. Im Mittelalter und in der frühen Neuzeit gewann man hier sogenannten Stubensand. Diesen streute man einst in den Wohnungen auf den Fußboden. Dort nahm er den Schmutz auf und konnte anschließend gemeinsam mit diesem entfernt werden.

Die Einwohner von Blankenburg und der anderen umliegenden Orte kennen diesen außergewöhnlichen Platz im Wald daher seit eh und je und gehen nach wie vor gern dort hin. Man kann an und auf den Sandsteinfelsen wunderbar sitzen und entspannen und natürlich klettern. Diese stellen somit einen einzigartigen und von jeglicher ISO-Norm befreiten Abenteuerspielplatz nicht nur für Kinder dar.

Doch dieser eigentlich wohlverdiente Ruhm hat auch seine nicht mehr zu leugnenden Schattenseiten. Jedes Ritzen im Sandstein, jeder Gang über die Felsen, jede Kletteraktion, jedes Hinunterrutschen trägt das weiche Material Millimeter für Millimeter ab. Das Antlitz der Sandhöhlen verändert sich so in einem geologisch sehr kurzen Zeitraum. Die Natur benötigte mehr als 80 Millionen Jahre, um den bindemittelarmen Sand zu dem heutigen festen Gestein zu pressen. Zerbröselt ist der Sandstein in einem winzigen Bruchteil dieser Zeitspanne. Vermutlich werden wohl in nicht allzu ferner Zukunft restriktive Maßnahmen zum Schutz der eigentümlichen Felsformationen erforderlich sein.

Etwa einen Kilometer westlich der Sandhöhlen befinden sich im Heers noch zwei weitere kleinere Areale mit Hohlräumen im Sandsteinfelsen. Dieses Gebiet ist unter der Bezeichnung "Kleine Sandhöhlen" bekannt und stellt ebenfalls ein lohnendes, aber von Menschen weniger frequentiertes Wander- und Ausflugsziel dar.


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Mehr Informationen:
Bilder von den Sandhöhlen | Die Götter der Germanen | Tyr - der Beschützer des Thing | Der Heers

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Die Sandhöhlen im Heers

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