Elbingerode

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Elbingerode
Aussicht vom Schloßberg auf Elbingerode
Elbingerode ist eine zentral im Harz auf einer Hochfläche gelegene ehemalige Bergbaustadt. Der staatlich anerkannte Erholungsort befindet sich rund 480 Meter über dem Meeresspiegel am Schnittpunkt der Bundestraßen 27 und 244. Mit etwas mehr als 5000 Einwohnern gehört Elbingerode zu den größeren Siedlungen im Inneren des Harzes.

Die Stadt verdankt ihre Gründung dem hochmittelalterlichen Bergbau im Harz. Als erste Siedler kamen vermutlich im 11. Jahrhundert Kolonisten aus der Region Holstein, welche als einstige Bewohner der Elbe ("Albinger") der auf einer Rodungsfläche entstandenen Ortschaft ihren Namen gaben. Im Jahre 1206 wurde die Siedlung als "Alvelingeroth" in einer päpstlichen Urkunde erstmals schriftlich erwähnt. Zu dieser Zeit war Elbingerode bereits ein größerer Ort mit drei Kirchen und eigener Münzprägestätte.

Die Einwohner der Siedlung lebten vor allem vom Bergbau im Elbingeröder Komplex. In dieser sich von Hüttenrode bis zum Brockenmassiv erstreckenden Bergbauregion wurde ab dem 10. Jahrhundert zunächst im Tagebau Erz gefördert. Die Bergmänner bauten u.a. Eisenerz, Schwefelkies (Pyrit), Kupfer und Mangan ab sowie als Gestein Marmor, Kalkstein, Schiefer und Porphyr. Weitere Einnahmequellen der Bewohner von Elbingerode waren die mit dem Bergbau eng verwandte Hüttenindustrie sowie die für eine waldreiche Region naheliegende Forstwirtschaft.

Elbingerode lag seit jeher an einer wichtigen Handelsstraße, was die Entwicklung des Ortes begünstigte. Im Spätmittelalter und in der frühen Neuzeit erfolgte ein häufiger Wechsel des Lehnsherren. Seit dem Jahre 1564 verfügt Elbingerode über das Stadtrecht. Während des 30jährigen Krieges wurde der Ort stark zerstört und fast vollständig entvölkert.

Seit Beginn des 18. Jahrhunderts gehörte Elbingerode zum Fürstentum Grubenhagen im Königreich Hannover. Im 19. Jahrhundert stand der Bergbau um Elbingerode in voller Blüte. Mit dem Anschluß an die Rübelandbahn im Jahre 1886 erlebte auch der Kalkabbau einen erheblichen Aufschwung.

Die ursprüngliche Bausubstanz wurde durch mehrere Stadtbrände - u.a. in den Jahren 1610, 1753 und 1858 - zum größten Teil ein Raub der Flammen. Dies betrifft auch die vermutlich im 12. Jahrhundert errichtete und im 16. Jahrhundert zum Renaissanceschloß umgebaute Burg südöstlich des historischen Stadtkerns.

Heute prägt die neogotische St.-Jakobi-Kirche die Silhouette der Stadt. Dieses Gotteshaus wurde in den Jahren 1860 bis 1863 nach der Zerstörung des Vorgängerbaus durch ein Großfeuer am alten Standort neu errichtet.

Wer die Möglichkeit hat, sollte sich die Zeit nehmen, Elbingerode zu Fuß zu erkunden. Oasen der Stille in der von Fachwerkhäusern geprägten Stadt sind der relativ zentral gelegene Goethepark, der Schloßpark rund um die Ruine des erwähnten Renaissanceschlosses sowie die Teichkaskade am nördlichen Siedlungsrand. Im obersten dieser Staugewässer befindet sich auch ein kleines Freibad. Sehenswerte Bauwerke sind neben der bereits genannten Stadtkirche die unter Denkmalschutz stehende Ratsapotheke und das alte Brauhaus.

In der näheren Umgebung von Elbingerode finden Sie außerdem zahlreiche Ausflugs- und Wanderziele. Direkt an der Bundesstraße 27 lädt am Ortsausgang in Richtung Rübeland ein Schausägewerk zu einem Besuch ein. Eine bedeutende Sehenswürdigkeit nördlich der Stadt stellt darüber hinaus das ehemalige Bergwerk "Büchenberg" dar, welches Sie im Rahmen einer Führung besichtigen können.

Umgeben von dichten Wäldern liegt etwa zwei Kilometer nordwestlich des Ortes die Zillierbachtalsperre. Das künstliche Gewässer kann auf einem Rundweg umwandert werden. Mit der Überleitungssperre Königshütte gibt es südlich von Elbingerode einen weiteren von Menschenhand erschaffenen See. Ein ausgeschilderter Wanderweg führt vom Stadtzentrum bis zur rund vier Kilometer entfernten Staumauer. Auch um diesen Stausee führt ein Rundwanderweg herum.

 


Weitere Informationen zu Elbingerode:
Die Burg- und Schloßruine in Elbingerode | Die Stadtkirche St. Jakobi | Das Schaubergwerk Büchenberg | Der Stadtplan von Elbingerode | Bilder aus Elbingerode | Der 30jährige Krieg

In der näheren Umgebung befinden sich:
Königshütte | Die Überleitungssperre Königshütte | Rübeland | Die Rübeländer Tropfsteinhöhlen | Der Volkmarskeller | Wernigerode | Die Zillierbachtalsperre | Das (ehemalige) Besucherbergwerk "Drei Kronen und Ehrt"

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