Aschersleben

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Der Johannistorturm in Aschersleben
Blick von der Johannispromenade zum Johannistorturm
Aschersleben befindet sich nordöstlich des Harzes am Fluß Eine, welcher wenige Kilometer weiter östlich in die Wipper mündet. Kaum zehn Kilometer vom Stadtrand entfernt erheben sich die ersten sanften Ausläufer der Harzberge. Auf Grund dieser Lage wird Aschersleben auch als "Tor zum Harz" bezeichnet. Die Stadt ist außerdem ein bedeutender Verkehrsknotenpunkt - hier treffen die Bundesstraßen 6, 180 und 185 sowie eine Eisenbahnlinie aufeinander.

Das Gebiet um Aschersleben war bereits in prähistorischer Zeit besiedelt. Die erste urkundliche Erwähnung der Siedlung trägt die Jahreszahl 753. Allerdings verliert sich die Frühzeit der Stadt im Nebel der Geschichte. Lediglich einmal erfolgte die Nennung eines Ortes namens "ascegereslebe" in einer erst später schriftlich fixierten Chronik. Aus den ersten beiden Jahrhunderten der Stadtgeschichte existieren keine konkreten Überlieferungen. Dennoch gilt Aschersleben als älteste Stadt in Sachsen-Anhalt.

Um das Jahr 1000 entwickelte sich die Stadt um zwei voneinander unabhängige Siedlungskerne - die Bischofsstadt und die Grafenstadt. Die Bischofsstadt im Nordosten des heutigen historischen Stadtkerns unterstand dem Bischof von Halberstadt, während die etwas weiter südwestlich gelegene Grafenstadt von den Grafen von Anhalt (Ascanier) beherrscht wurde. Dieser Zustand währte bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts. Beide Orte wuchsen im Laufe des Hochmittelalters zusammen. Im Jahre 1262 befand sich die gesamte Stadt unter der einheitlichen Verwaltung den askanischen Grafen.

Bereits im 12. Jahrhundert wurde Aschersleben unter Albrecht dem Bären zum Mittelpunkt des Fürstentums Anhalt. Um 1266 bekam der Ort das Stadtrecht verliehen und trat in der Folgezeit der Hanse bei. Aschersleben entwickelte sich zu einem bedeutenden Wirtschafts- und Handelszentrum. Mit dem Beginn der Neuzeit kam eine Ära einschneidender Veränderungen auf die Stadt zu. Im 30jährigen Krieg mußte sie mehrfache Zerstörungen und Plünderungen über sich ergehen lassen. Nach Kriegsende wurde sie dem Königreich Preußen zugesprochen. Alle Versuche der anhaltinischen Fürsten in den folgenden Jahrhunderten, dieses bedeutende Kernland zurückzugewinnen, scheiterten.

Zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten der Stadt gehört die mittelalterliche Stadtmauer. Sie stellt eine der am besten erhaltenen Stadtmauern in Deutschland dar. Das Verteidigungsbauwerk läßt sich gut auf einem um die Altstadt entlang der Mauer herum führenden Rundweg erkunden. Die Stadtmauer ist im Durchschnitt acht Meter hoch und rund einen Meter dick. Sie weist eine Länge von etwa 2,3 Kilometern auf. 15 von einstmals 51 Wehrtürmen sind bis heute erhalten geblieben.

Eine weitere große Sehenswürdigkeit und Wahrzeichen der Stadt ist die zentral im historischen Stadtkern südlich des Marktplatzes gelegene evangelische Kirche St. Stephani. Diese im 15. und 16. Jahrhundert im Stil der Gotik aus Sandstein erbaute Hallenkirche besitzt als spezielle Eigentümlichkeit einen schiefen Kirchturm. Aschersleben verfügt außerdem mit der St.-Margareten-Kirche, der katholischen St.-Michaelis-Kirche, der St.-Johannis-Kirche sowie der Heilig-Kreuz-Kirche noch über verschiedene weitere Gotteshäuser.

In Aschersleben finden sie zahlreiche ausgedehnte Grünanlagen vor, z.B. den Stadtpark sowie den Promenadenring im Umfeld der Stadtmauer. Sehenswert ist auch das städtisches Museum am Marktplatz. Es gewährt Einblicke in die Stadtgeschichte und besitzt eine Ausstellung mit Exponaten aus verschiedenen vorgeschichtlichen Epochen. Eine Besonderheit stellt außerdem der Ende 13. Jahrhunderts erbaute Graue Hof dar, ein mittelalterlicher Wirtschaftshof der askanischen Grafen. Ein prachtvolles Bauwerk im Stadtzentrum ist darüber hinaus das aus dem 16. Jahrhundert stammende Rathaus mit seinem machtvollen Turm. Durch diverse An- und Umbauten weist das Gebäude noch verschiedene weitere Stilrichtungen auf.

Eine besondere Attraktion erwartet Sie im Südwesten der Stadt. Dort befindet sich auf dem Areal der einstigen Burg ein Zoo. Auf dem Gelände stehen aber nicht nur Tiergehege, sondern auch Reste des erwähnten Festungsbauwerkes sowie ein Planetarium.

Abwechslungsreich präsentiert sich auch die Umgebung von Aschersleben. Mit dem Concordiasee und dem Königsauer See gibt es in geringer Entfernung zwei geflutete ehemalige Tagebaugruben, deren Umfeld für Sport- und Freizeitzwecke genutzt werden kann. Der Wilsleber See am Rande der Stadt stellt den Rest des ehemals viel größeren Aschersleber Sees dar. Als vorgelagerte Wachposten standen rund um Aschersleben einst 12 Feldwarten. In unseren Tagen sind noch zwei von diesen mittelalterlichen Beobachtungstürmen zumindest teilweise erhalten.

 


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Weitere Informationen:
Der Stadtplan von Aschersleben | Die Stadtmauer | Das Stadtmuseum | Die St.-Stephani-Kirche | Die Heilig-Kreuz-Kirche (Marktkirche) | Das Rathaus | Die Garten- und Parkanlagen | Der Aschersleber Globus | Der Graue Hof | Das Kriminalpanoptikum | Die Speckseite | Der Zoo | Die Drive-Thru-Gallery | Das Ascania-Pferdefestival | Die Eine | Bilder aus Aschersleben

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