Der Oderteich

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Der Oderteich
Blick vom Staudamm auf den Oderteich
Der Oderteich befindet sich im Oberharz nördlich von St. Andreasberg auf dem Gebiet des Nationalparks Harz. Über seinen in den Jahren von 1715 bis 1722 erbauten Damm führt die Bundesstraße 242, welche den Harz in seiner gesamten Ost-West-Ausdehnung durchquert.

Der Oderteich gilt als älteste deutsche Talsperre im eigentlichen Sinne. Mit einem Fassungsvermögen von 1.700.000 Kubikmetern Wasser war er bis zum Ende des 19. Jahrhunderts außerdem die größte derartige Stauanlage in Deutschland. Gespeist wird das vom Menschen geschaffene Gewässer neben der namensgebenden Oder von der Rotenbeek (Sonnenkappe) sowie zahlreichen weiteren, meist unbenannten kleineren Bächlein.

Seine Entstehung verdankt der Oderteich der regen Bergbautätigkeit im Gebiet von St. Andreasberg. Mit dem angestauten Wasser des Teiches wurden zahlreiche Fahrkünste und andere technische Einrichtungen in den umliegenden Bergwerken angetrieben. Der Inhalt des Oderteiches reichte aus, die Gruben auch bei Trockenheit noch drei Monate lang mit Wasser zu versorgen.

Die mörtellose Staumauer wurde aus behauenen Granitblöcken errichtet und mit Granitsand abgedichtet. Dieser Granitsand ist im Gegensatz zu gewöhnlichem Sand völlig wasserundurchlässig. Der 166 Meter lange und 19 Meter hohe Staudamm erfüllt nun seit drei Jahrhunderten in beinahe unveränderter Form seine Aufgabe.

Seit dem Jahre 2010 gehört der Oderteich als Teil des Kulturdenkmals "Oberharzer Wasserregal" zum Weltkulturerbe der UNESCO. Im Herbst 2015 wurde erstmals das Wasser des Oderteiches planmäßig komplett abgelassen. Der Damm war im Bereich des Grundablasses undicht geworden, was eine Reparatur notwendig machte.

Auch in unseren Tagen erweist sich der Oderteich als überaus wertvoll. Neben seiner Funktion als bedeutendes Biotop - vor allem im nördlichen Teil - fließt das Wasser wie seit Jahrhunderten über den Rehberger Graben nach St. Andreasberg. Dort treibt es die Turbinen mehrerer untertägiger Wasserkraftwerke in den einstigen Bergwerksschächten an.

Des Weiteren ist der Oderteich an heißen Sommertagen als Badegewässer sehr beliebt. Die Uferzonen nahe der Staumauer sind attraktive Badestrände und auch als solche ausgewiesen. Sie werden bei entsprechendem Wetter auch nicht zuletzt auf Grund der leichten Erreichbarkeit rege genutzt.

Eine gute Möglichkeit, den Oderteich näher kennenzulernen, haben Sie bei einer Wanderung um dieses künstliche Gewässer. Der Rundweg um den Teich hat eine Länge von nur etwa vier Kilometer und ist damit ideal auch für weniger trainierte Wanderer. Diese Route weist kaum Steigungen auf, ist allerdings nicht barrierefrei. Wer mit dem eigenen Fahrzeug anreisen möchte, kann dieses auf dem nahegelegenen großen und kostenfreien Parkplatz an der Bundesstraße 242 abstellen.

 


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Weitere Informationen:
Bilder vom Oderteich | Die Oder | Übersicht über die Talsperren im Harz | Erläuterung von Begriffen rund um den Harzer Bergbau | Das Oberharzer Wasserregal | Die Bundesstraße 242 (Klausstraße)

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HARZLIFE.TV-Video:
Winter am Oderteich

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