Der Brockengipfel und sein Klima

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Das Klima auf dem Brocken in Zahlen und Fakten
Ein klein wenig Statistik
Die Wetterlage hoch oben auf dem Brocken unterscheidet sich meist sehr stark von den umliegenden tieferen Gebieten. Auf dem Gipfel des höchsten Harzberges herrscht ein rauhes subalpines Klima, welches mit dem in Island oder den Alpen vergleichbar ist. Im Winterhalbjahr bedeckt die Bergkuppe fast durchgängig eine dicke Schneedecke. Die Durchschnittstemperatur liegt im Januar unter -4 Grad Celsius und steigt bis zum Juli auf gerade einmal 10 Grad Celsius an.

Oft weht an diesem exponierten Standort ein kalter und nasser stürmischer Wind, weshalb er auch als einer der windigsten Orte in ganz Mitteleuropa gilt. An mehr als 100 Tagen im Jahr erreicht der Sturm Orkanstärke mit Spitzengeschwindigkeiten bis zu 260 Kilometer je Stunde. Wenig verwunderlich ist es daher, daß sich die natürliche Baumgrenze unterhalb des eigentlich gar nicht so hohen Gipfels befindet.

Statistisch gibt es auf dem Brocken mehr als 300 Nebeltage im Jahr, aber auch 6 Tage mit sehr guter Fernsicht mit Sichtweiten von mehr als 100 Kilometern. Dann sehen Sie von dort oben z.B. den Inselsberg im Thüringer Wald, die Wasserkuppe in der Rhön sowie die sachsen-anhaltinische Landeshauptstadt Magdeburg.

Häufig wechselt das Wetter auf dem Berggipfel sehr schnell. Die meiste Zeit wird der Brocken von Nebel- und Wolkenschichten umgeben. Wenn sich zum Augenblick des Sonnenunterganges im Osten eine dicke Nebelwand befindet, können Sie darin vielleicht das "Brockengespenst" sehen. Es entsteht durch auf den Nebel geworfene Schatten von Häusern und Menschen in der untergehenden Sonne.

Ungemütliches Wetter ist also bei einem Besuch des Brockens nicht gerade unwahrscheinlich. Doch viele Menschen zieht es immer wieder auf den höchsten Harzgipfel hinauf, so daß sie den Berg eines Tages auch bei herrlichstem Sonnenschein und grandioser Fernsicht genießen werden. Also lassen auch Sie sich von möglichem Sturm und Nebel auf dem Brockengipfel nicht entmutigen und versuchen Sie es einfach zu einem späteren Zeitpunkt erneut.

Ins Reich der Legende gehört übrigens eine dem großen deutschen Dichter Heinrich Heine untergeschobene Geschichte. Im Jahre 1824 soll dieser den Brocken ebenfalls nur in Nebel gehüllt erlebt und auch die Übernachtung in der Brockenherberge in schlechter Erinnerung gehabt haben. Angeblich schrieb er zur Abreise folgenden Spruch in das Gästebuch des Hauses:
"Große Steine, müde Beine, saure Weine, Aussicht keine. Heinrich Heine"
Diese Aussage steht aber im Widerspruch zu seinem in der "Harzreise" niedergeschriebenen Bericht, wo Heinrich Heine seine Begeisterung über den Besuch des höchsten Harzberges zum Ausdruck bringt.

 


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Weitere Informationen:
Der Brocken - allgemeines | Das Brockengespenst | Wege zum Brocken - Bahnfahrt oder wandern? | Die Geschichte des Brockens | Der Brockengarten | Zwei Klimazonen ;-) | Steckbrief Brocken | Der Nationalpark Harz

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