Der Untere Pfauenteich

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Der Untere Pfauenteich bei Clausthal-Zellerfeld im Harz
Blick vom Damm des Mittleren Pfauenteiches auf den Unteren Pfauenteich
Von den drei Pfauenteichen ist der Untere Pfauenteich der nördlichste und der am tiefsten gelegene und damit auch der letzte Teich der großen vierstufigen Teichkaskade am östlichen Stadtrand von Clausthal-Zellerfeld. Sein Stauvolumen beträgt rund 200.000 m³ und sein mehrmals erweiterter Damm ist heute ca. 8,80 Meter hoch und etwa 220 Meter lang. Das reicht aus, um dahinter ein maximal 360 Meter langes und rund 210 Meter breites Gewässer anzustauen.

Der Untere Pfauenteich wurde im Verlauf des 16. Jahrhunderts zur Wasserversorgung der nahegelegenen Erzgruben angelegt. Er gehört damit zu den ältesten Oberharzer Bergbauteichen. Der heutige Teich stellt aber mitnichten das erste künstliche Gewässer an diesem Standort dar. Bereits gegen Ende des 13. Jahrhunderts befand sich dort ein "Banedick" genannter Stauteich, welcher vermutlich schon damals bergbaulichen Zwecken diente. Die Reste dieses historischen Staubauwerkes kann man bei stark abgesenktem Wasserstand etwa auf halbem Wege zwischen den Dämmen des Unteren und des Mittleren Pfauenteiches noch recht deutlich erkennen.

In der Zeit des Zweiten Weltkrieges verseuchten die stark giftigen Abwässer der angrenzenden Rüstungsfabrik "Werk Tanne" den Unteren Pfauenteich. Die eingeleiteten bzw. in Folge eines Unfalls am 6. Juni 1940 in das Wasser gelangten Rückstände aus der TNT-Produktion sind bis heute im Teich und in seiner unmittelbaren Umgebung nachweisbar. Dennoch wurde das Gewässer in der Nachkriegszeit und noch bis in die 1980er Jahre hinein zum baden und angeln genutzt. Erst seit dem Jahre 1988 gilt im Unteren Pfauenteich das bis heute gültige Bade- und Angelverbot.

Im Sommer des Jahres 2011 senkte man den Wasserstand im Unteren Pfauenteich ab, um Kontrollarbeiten am Damm des Mittleren Pfauenteiches durchführen zu können. Diese Gelegenheit wurde für eine Untersuchung der Schlämme am Teichgrund auf eine verbliebene Kontamination genutzt. Bis zum Herbst des selben Jahres erfolgte die Ausbaggerung der betroffenen Abschnitte und die Lagerung der verseuchten Erdmassen auf einer Sondermülldeponie. Seither kann man das Gewässer als weitestgehend frei von Rückständen aus der Rüstungsindustrie im "Werk Tanne" bezeichnen. Der Untere Pfauenteich muß aber weiterhin und auf unbestimmte Zeit auf möglicherweise verbliebene Schadstoffe kontrolliert werden. Daher bleibt er aus Sicherheitsgründen vorerst noch für die allgemeine Nutzung gesperrt.

Der Untere Pfauenteich zählt in unseren Tagen zu den aktiven Bestandteilen des denkmalgeschützten Wasserverbundsystems "Oberharzer Wasserregal" und ist damit Teil des UNESCO-Weltkulturerbes "Oberharzer Wasserwirtschaft". Die Erkundung des Teiches ist auf dem Wasserwanderweg "Hirschler Teich / Pfauenteiche" möglich. Dank zahlreicher Hinweisschilder am Wegesrand erhält der Wanderer viele Informationen zu diesem Gewässer. Er erfährt u.a. Hintergründe zur Teichbauweise, welche Mühen aufgewendet wurden mußten, um Wasser aus weit entfernten Gegenden in den Teich zu leiten sowie wissenswertes zu seiner einstigen Funktion als Wasser- und somit Energiespeicher für die Gruben des Burgstätter Zuges.

 


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Weitere Informationen:
Clausthal-Zellerfeld | Teiche im Harz | Das Oberharzer Wasserregal | Der Burgstätter Zug | Der Franz-Auguster-Wasserlauf | Das Werk Tanne | Der Wasserwanderweg "Hirschler Teich - Pfauenteiche"

In der näheren Umgebung befinden sich:
Der Hirschler Teich | Der Mittlere Pfauenteich | Der Obere Pfauenteich | Der Obere Haus-Herzberger Teich

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