Die St.-Johannis-Kapelle

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Die St.-Johannis-Kapelle in Quedlinburg
Die kleine St.-Johannis-Kapelle ist eine Station auf dem Jakobsweg.
Die St.-Johannis-Kapelle befindet sich im Südosten von Quedlinburg. Das damals noch weit vor den Toren der Stadt stehende Bauwerk wurde im Jahre 1229 als Gotteshaus eines Hospitals für Leprakranke und Aussätzige erstmals urkundlich erwähnt. Vermutlich entstand diese Johannes dem Täufer gewidmete Kapelle im spätromanischen Stil aber bereits in der Mitte des 12. Jahrhunderts.

Gegen Ende des 15. Jahrhunderts wurde ein Anbau in einer frühen Fachwerkbauweise errichtet. Im Jahre 1704 erfolgte die Umgestaltung des Inneren im Stil des Barock. Als besondere Kostbarkeit enthält die St.-Johannis-Kapelle die beiden ältesten erhaltenen Kirchenglocken von Quedlinburg. Sie stammen aus dem frühen 13. Jahrhundert.

Am Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Kapelle für die weitere Nutzung als Gotteshaus zu klein und daher in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft die größere und eindrucksvollere St.-Johannis-Kirche erbaut. Dieses Bauwerk im Stil der späten Neogotik weist bereits erste Einflüsse des Jugendstils auf. Es wurde im Jahre 1906 eingeweiht und ist damit das jüngste Kirchengebäude in Quedlinburg.

Die alte St.-Johannis-Kapelle stand in der Folgezeit etwas im Schatten des neuen prunkvollen Gotteshauses. Ihrer einstigen Bedeutung beraubt und wenig genutzt begann der allmähliche Verfall. Erst in der jüngeren Vergangenheit konnte das historische Bauwerk umfangreich saniert werden.

Vermutlich war die St.-Johannis-Kapelle schon im Mittelalter ein Zwischenziel für Pilger auf dem Jakobsweg. In den ersten Jahren des neuen Jahrtausends gelang nun ein Brückenschlag über die Jahrhunderte hinweg: Das geschichtsträchtige Gotteshaus wurde erneut eine Station auf dem Weg nach Santiago de Compostela.

 


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