Das Schloß in Ballenstedt

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Das Schloß in Ballenstedt
Blick vom Schloßpark auf den Westflügel des Schlosses
Das Schloß Ballenstedt steht im Westen der Stadt auf einem nördlichen Ausläufer der Harzberge. Dank seiner exponierten Lage thront es majestätisch über allen anderen Bauwerken der einstigen Residenzstadt der Fürsten von Anhalt-Bernburg.

Bereits im Hochmittelalter war der Standort des Schlosses ein bedeutendes Zivilisationszentrum. Im Jahre 1043 wurde hier ein Kollegiatstift eingerichtet, welches 80 Jahre später Albrecht der Bär in ein Kloster für Benediktinermönche umwandelte. Dieses Benediktinerkloster erlebte im 12. und 13. Jahrhundert seine Blütezeit, welche um 1170 u.a. im Bau der mächtigen romanischen Klosterkirche "St. Pancratius und Abundus" zum Ausdruck kam. Während des Bauernkrieges wurde das Kloster geplündert und wenig später aufgelöst.

Die verbliebenen Gebäude dienten vom 16. bis 18. Jahrhundert den Fürsten von Anhalt-Bernburg als Sommerresidenz. In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts erfolgte der Ausbau zu der noch in unseren Tagen vorhandenen dreiflügeligen Schloßanlage im Stil des Barock. Dabei wurden Gebäudeteile aus romanischer Zeit in diesen Neubau integriert, so u.a. der massive Turm der ehemaligen Klosterkirche. Auch die heutige, im Jahre 1748 errichtete Schloßkirche ruht auf mittelalterlichen Fundamenten. Dies ist ein Grund, weshalb das Schloß in der Gegenwart eine wichtige Station auf der Straße der Romanik darstellt.

Im Jahre 1765 wurde Ballenstedt mit seinem repräsentativen Schloß von den Fürsten zu Anhalt-Bernburg zur Residenz erhoben. Dem neuen Status entsprechend erhielt die Stadt ein eindrucksvolles Theatergebäude in unmittelbarer Nachbarschaft der Schloßanlage. Dieses Schloßtheater wurde im Jahre 1788 fertiggestellt und schon bald zur Wirkungsstätte bedeutender zeitgenössischer Künstler und Musiker. Ebenfalls zu dieser Zeit erfolgte die Anlage eines weitläufigen Schloßparkes, dessen nördlicher Teil um 1860 von Peter Joseph Lenné zu dem heutigen reizvollen Landschaftsgarten im Renaissance-Stil umgestaltet wurde.

Nach dem ersten Weltkrieg diente das Ballenstedter Schloß als Wohnsitz der Fürstenfamilie bis zu deren Vertreibung und Enteignung im Jahre 1945. Das große Bauwerk fand in der Folgezeit für mehrere Jahrzehnte bis 1990 als Ingenieurschule für Forstwirtschaft Verwendung.

Heute finden Sie in den Räumen des Schlosses u.a. ein Restaurant, ein Museum und diverse Ausstellungen vor. Die Schloßkirche ist außerdem beliebt als Ort für standesamtliche und kirchliche Trauungen. Eine weitere Sehenswürdigkeit stellt darüber hinaus das Grab von "Albrecht dem Bären" in der Turmkapelle des Schlosses dar.

 


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Weitere Informationen:
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