Die Lichtensteinhöhle

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Die Lichtensteinhöhle
Der Eingang zur Lichtensteinhöhle
Am Nordwesthang des Höhenzuges Lichtenberg befindet sich die Lichtensteinhöhle. Diese Karsthöhle entstand vor rund 50.000 bis 100.000 Jahren. Sie ist lediglich 115 Meter lang und hat enge und verwinkelte Gänge und recht kleine Höhlenräume.

Im Jahre 1972 entdeckten Heimatforscher den natürlichen Höhleneingang. Acht Jahre später wurden im Inneren weitere Hohlräume gefunden. In diesen befanden sich unzählige menschliche Knochen sowie Schmuck- und Gebrauchsgegenstände aus der Bronzezeit. Durch das konservierende Höhlenklima waren die Fundstücke noch sehr gut erhalten.

Die Lichtensteinhöhle stellte sich im Verlauf der folgenden Forschungsarbeiten als Bestattungsort eines vermutlich privilegierten Familienclans heraus. Für diesen Zweck wurde die Höhle mehr als 100 Jahren lang im Zeitraum zwischen 1000 und 700 vor Christus genutzt.

Die in der Lichtensteinhöhle gefundenen Knochen konnten 40 verschiedenen Personen zugeordnet werden. Durch die Analsyse ihrer DNA gelang es außerdem, zahlreiche Verwandschaftsbeziehungen zu rekonstruieren. Daher gilt die Höhle seither als einer der bedeutendsten bronzezeitlichen Fundorte in Niedersachsen. Nicht zuletzt aus diesem Grund erklärte man sie bereits im Jahre 1981 zum Naturdenkmal. Noch heute leben im Raum Osterode/Harz zahlreiche direkte Nachkommen der vor beinahe drei Jahrtausenden in der Lichtensteinhöhle bestatteten Personen. Auch dies konnte durch einen Vergleich typischer DNA-Muster nachgewiesen werden.

Ein Teil der Fundobjekte ist in unseren Tagen im Museum nahe der Iberger Tropfsteinhöhle ausgestellt. Dort befindet sich auch ein Nachbau der Lichtensteinhöhle. Wer will, kann durch diesen hindurchkriechen, um einen besseren Eindruck von den sehr begrenzten unterirdischen Platzverhältnissen zu bekommen.

Die Lichtensteinhöhle gehört heute zu den zahlreichen Stationen auf dem Karstwanderweg und kann über diesen Weg auch leicht erreicht werden. Der Zugang zur Höhle ist verschlossen. Wanderer gelangen daher nur bis zu dem auch auf dem Bild ersichtlichen Eingang am Bergeshang.

 


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Weitere Informationen:
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