Der Rosenhöfer Gangzug

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Der Rosenhöfer Gangzug beginnt nahe des Iberges bei Bad Grund und verläuft in östlicher Richtung bis an den westlichen Stadtrand von Clausthal-Zellerfeld. Dort befanden sich einst auch die besonders ertragreichen Erzgänge und damit die Hauptabbaugebiete des Rosenhöfer Zuges.

Das erste Bergwerk des Rosenhöfer Zuges war die um 1554 angelegte Grube St. Anna. An dieser Stelle reichte das metallhaltige Gestein anfangs direkt bis an die Erdoberfläche heran. Nicht zuletzt wegen dieser sehr einfachen Abbaubedingungen arbeitete die Erzgrube St. Anna bereits ab dem Jahre 1554 mit Gewinn (in der Sprache der Bergleute war sie also "in Ausbeute").

Es erfolgte bald darauf in unmittelbarer Nachbarschaft des Bergwerks St. Anna die Errichtung der beiden Gruben Thurmhof und Rosenhof. Letztere gab dem gesamten Erzgang seinen noch heute verwendeten Namen. Die Bergwerke Thurmhof und Rosenhof schlossen sich später zur Thurm-Rosenhöfer Grube zusammen.

Wie bei allen Oberharzer Bergwerken galt ein besonderes Augenmerk von Anfang an der Wasserversorgung und dem Wasserabfluß der Gruben des Rosenhöfer Zuges. Zu diesem Zweck wurden zahlreiche Stauteiche angelegt, welche die notwendigen Wassermengen zum Antrieb der diversen technischen Anlagen bereitstellten. Der Abfluß des Wassers aus den Gruben erfolgte im wesentlichen über Wasserlösungsstollen wie den bereits im 16. Jahrhundert aufgefahrenen Fürstenstollen und den etwas später fertiggestellten Rabenstollen. In den darauf folgenden Jahrhunderten wurden außerdem die deutlich längeren und tiefer gelegenen Wasserlösungsstollen "Tiefer Georg-Stollen" und "Ernst-August-Stollen" in den Fels geschlagen. Mit Hilfe dieser Stollen konnte das Wasser aus den Erzgruben bis in das westliche Harzvorland nahe Gittelde transportiert werden.

Der aufwändige Bau dieser unterirdischen Wasserkanäle wurde nötig, weil die Bergwerke des Rosenhöfer Zuges ebenso wie die anderen Gruben um Clausthal und Zellerfeld inzwischen eine solche Tiefe erreicht hatten, daß das Heraufbefördern des Grundwassers aus den Erzgruben einen immer größeren Arbeits- und Energieaufwand erforderlich machte. In Trockenzeiten, in denen nicht genug Wasser zum Antrieb der Pumpen zur Verfügung stand, mußten die Grubenbetreiber daher immer öfter in Kauf nehmen, daß die unteren Bereiche der Bergwerke voll Wasser liefen.

 


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