Die Baumannshöhle

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Das Eingangsgebäude der Baumannshöhle
Das Eingangsgebäude der Baumannshöhle in Rübeland
Die Baumannshöhle ist eine Tropfsteinhöhle in Rübeland. Sie befindet sich in einem Ausläufer des Schmiedeberges. Die aus mehreren zusammenhängenden Hohlräumen bestehende Höhle entstand durch die Verkarstung des Kalksteinmassivs.

Der Eingang zu der sagenumwobenen Karsthöhle war schon in prähistorischer Zeit frei zugänglich. Sie diente seit jeher auch als Rückzugsraum für diverse Tierarten (darunter der legendäre Ursus spelaeus) - und natürlich auch für Menschen. Zahlreiche Funde aus der Jungsteinzeit belegen die Anwesenheit des Homo sapiens. Der inzwischen ausgestorbene Höhlenbär wurde später zum Wahrzeichen des Ortes Rübeland.

Die Baumannshöhle wurde im Jahre 1565 erstmals urkundlich erwähnt. Seit dem Jahre 1646 finden organisierte Führungen in der Höhle statt. Damit ist sie die älteste Schauhöhle Deutschlands. Faszinierende Tropfsteingebilde regten schon damals die Phantasie der Besucher an. Diese verbreiteten die Kunde von der untertägigen Naturschönheit im ganzen Land.

Schon bald war die Baumannshöhle als einzigartige Sehenswürdigkeit über die Grenzen des Harzes hinaus bekannt und berühmt. Dementsprechend stieg die Zahl der Besucher stetig an. Unter diesen befanden sich zahlreiche bedeutende Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Kunst und Politik, so z.B. Gottfried Wilhelm Leibniz, Johann Wolfgang von Goethe, Heinrich Heine und Caspar David Friedrich.

Mit der Eröffnung der Hermannshöhle im Jahre 1890 lies das Interesse an der von unzähligen Besichtigungen gezeichneten Baumannshöhle nach. Nicht zuletzt die Fackeln hatten im Laufe der Jahrhunderte unschöne Ablagerungen an den Wänden hinterlassen. In den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg erfolgten größere Umbauten innerhalb der Höhle. Sie wurde neu vermessen und ein neuer Eingang angelegt. Es entstand außerdem eine neue Eingangshalle direkt an der Durchgangsstraße des Ortes. Des Weiteren installierte man eine neue Anlage für das elektrische Licht und entfernte die Rußspuren aus früheren Tagen. Der größte Raum - der Goethesaal mit Ausmaßen von ungefähr 40 mal 60 Metern - erfuhr eine Umgestaltung mit einer Naturbühne, einem künstlichen See und entsprechenden Sitzgelegenheiten für Zuschauer. An diesem außergewöhnlichen Ort werden nun schon seit vielen Jahrzehnten Theaterstücke aufgeführt.

Heute gibt es in der Baumannshöhle einen rund 800 Meter langen Führungsweg mit insgesamt mehreren hundert Treppenstufen zur Überwindung der Höhenunterschiede zwischen den einzelnen Hohlräumen. Die Naturhöhle ist folglich nicht barrierefrei und damit auch nicht für Rollstuhlfahrer geeignet. Im Inneren des Berges herrscht ganzjährig eine gleichbleibende Temperatur von etwa acht Grad Celsius. Besucher sollten daher vor allem im Sommer an eine entsprechende Bekleidung denken.

Nach allen Höhen und Tiefen der bald vier Jahrhunderte währenden Geschichte als Schauhöhle empfängt die Baumannshöhle in unseren Tagen etwa 90.000 Besucher pro Jahr. Für diese Gäste steht unweit des Eingangsgebäudes ein kleiner Parkplatz auf der gegenüberliegenden Straßenseite bereit. Deutlich mehr Fahrzeuge fasst dagegen das Parkareal am Ortsausgang in Richtung Elbingerode. Es liegt ungefähr 500 Meter vom Höhleneingang entfernt.

 


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