Die Selketalbahn

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Auf dem Bahnhof in Alexisbad
Dampflok beim Rangieren auf dem Bahnhof in Alexisbad
Die Selketalbahn ist die älteste der Harzer Schmalspurbahnen. Sie verbindet u.a. die Orte Quedlinburg, Gernrode, Alexisbad, Harzgerode, Stiege und Hasselfelde miteinander. Unter sehr vielen Eisenbahnfreunden gilt die Strecke der Selketalbahn als die schönste aller Schmalspurbahnen im Harz. Auf einer Länge von etwas mehr als 60 Kilometern führt die Fahrt auf dem 1000 Millimeter breiten Gleis zu großen Teilen durch eine wilde und weitestgehend naturbelassene Berglandschaft. Unterwegs können Sie zahlreiche Sehenswürdigkeiten vom Fenster aus oder von der Plattform am Wagenende betrachten.

Die Selketalbahn weist einige Besonderheiten auf, welche die Fahrt mit dieser historischen Eisenbahn einzigartig machen. So liegt auf der Strecke z.B. der steilste Anstieg auf dem gesamten Streckennetz der Harzer Schmalspurbahnen. Dieser befindet sich auf dem historisch ältesten Teilstück zwischen den Bahnhöfen Sternhaus-Ramberg und Mägdesprung und hat ein Neigungsverhältnis von 1:25. Selbst die Auffahrt zum Brocken ist mit einem maximalen Anstieg von 1:30 nicht so steil. Dabei ist die Selketalbahn eine reine Adhäsionsbahn, d.h., es gibt keine weiteren technischen Hilfsmittel wie z.B. Zahnstangen. Am Bahnhof Alexisbad können Sie darüber hinaus regelmäßig die eindrucksvollen Dampflok-Doppelausfahrten sehen.

So wie das imposante Streckenprofil kann auch die lange und wechselvolle Geschichte der Selketalbahn zahlreiche Höhen und Tiefen vorweisen. Der Bau erfolgte in mehreren Etappen und führte die Strecke durch teilweise ungünstiges Gelände, da die damalige politische Zersplitterung der Harzregion die Routenplanung beeinflußte. Nach wenigen Monaten Bauzeit konnte im August 1887 der erste Streckenabschnitt zwischen Gernrode nach Mägdesprung eröffnet werden. Im Jahre 1905 wurde das Gleis zwischen Stiege und dem Bahnhof Eisfelder Talmühle fertiggestellt und die Selketalbahn so mit der Harzquerbahn verbunden.

Mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges begann für die Selketalbahn eine unruhige Zeit. Ein großer Teil des Gleises wurde demontiert und zusammen mit zahlreichen Lokomotiven und Wagen als Reparation in die Sowjetunion verbracht. In den folgenden Jahrzehnten erfolgte ein schrittweiser Wiederaufbau der Gleisanlagen, wobei zwischenzeitlich die Zukunft der Schmalspurbahn wiederholt sehr ungewiß war.

Ihr touristisches Potential sicherte aber letztendlich bis heute ihr Überleben in einem sich turbulent entwickelnden verkehrstechnischen und gesellschaftlichen Umfeld. Mit der fast neun Kilometer langen Verlängerung der Selketalbahn von Gernrode bis nach Quedlinburg wurde im Juni des Jahres 2006 sogar die einzige Neubaustrecke einer Schmalspurbahn im Harzgebiet in Betrieb genommen. Somit treffen in Gernrode seither das älteste und das jüngste Teilstück der gesamten Harzer Schmalspurbahnen aufeinander.

Im Vergleich zu der äußerst beliebten und stark ausgelasteten Brockenstrecke ist eine Fahrt mit der Selketalbahn noch immer recht preiswert. Leider spiegelt sich die Schönheit der Strecke (noch) nicht in entsprechenden Passagierzahlen wider.

 


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Weitere Informationen:
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