Der Mittlere Einersberger Teich

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Der Mittlere Einersberger Teich
Blick auf den Mittleren Einersberger Teich
Der Mittlere Einersberger Teich liegt am Osthang des 592 Meter hohen Einersberges westlich von Clausthal-Zellerfeld. Er ist der mittlere Teich einer dreistufigen Teichkaskade und versorgte einst die Bergwerke und Erzverarbeitungsbetriebe im nahen Zellbachtal mit Kraftwasser. Der Stauteich wurde vor dem Jahre 1672 in alter Teichbauweise mit Striegelgerüst auf der wasserseitigen Böschung sowie mit Rasenhauptdichtung am Dammkörper angelegt. Möglicherweise erfolgte der Dammbau wie beim benachbarten Oberen Einersberger Teich sogar schon in der 1. Hälfte des 17. Jahrhunderts.

Während der Betriebszeit ist der Staudamm zweimal um jeweils etwa zwei Meter erhöht worden. Dies läßt sich noch heute an den drei unterschiedlich hoch gelegenen Ausfluten erkennen. Der Graben der dritten Ausflut hat sich vom hindurchfließenden Wasser nur wenig in die Landschaft einschneiden lassen, was darauf hindeutet, daß der Mittlere Einersberger Teich in seiner größten Ausbaustufe nur relativ kurze Zeit genutzt wurde.

Eine Besonderheit stellt die vierte Ausflut dar. Es war im Oberharz üblich, daß Teiche, welche aufgegeben werden sollten, einen tiefen Einschnitt in der Dammkrone erhielten. Im Laufe der Zeit fraß sich das hindurchströmende Wasser an dieser Kerbe immer tiefer in den Dammkörper hinein. So blieben nach einer Weile von dem einstigen Bergbauteich nur noch Reste des Dammes übrig sowie meisten noch ein kleines Feuchtgebiet auf dem ehemaligen Teichgrund. Auf diese Weise konnten die Bergleute ausschließen, daß von dem nicht mehr benötigten Teich eine Gefahr ausging.

Beim Mittleren Einersberger Teich gingen sie andere Wege. Die Bergmänner verkleinerten das Gewässer, ohne es ganz aufzugeben. Hierzu wurde der Teichdamm ebenfalls tief eingeschnitten. Allerdings mauerte man am Mittleren Einersberger Teich diesen Schnitt so aus, daß sich das Wasser nicht tiefer in den Staudamm hineinarbeiten konnte. Der kleinere Teich wies somit einen stabilen Wasserstand auf.

Dieser ungewöhnliche Einschnitt der vierten Ausflut kann auf einer kleinen Holzbrücke überquert werden. Jenseits dieser Brücke setzt sich der Teichdamm noch ein ganzes Stück weiter bis in den Wald hinein fort. Dort befinden sich die 2. und die 3. Ausflut.

Auf Grund dieser Eigentümlichkeit staut der 179 Meter lange und 11,20 Meter hohe Damm des Mittleren Einersberger Teiches ein nur vergleichsweise kleines Gewässer hinter sich an. Es mißt in der Länge lediglich rund 100 und in der Breite maximal 80 Meter. Der Wasserspiegel liegt etwa fünf Meter unter der Dammkrone des überdimensioniert erscheinenden Staubauwerkes.

Der Mittlere Einersberger Teich kann nur zu Fuß oder per Fahrrad erreicht werden. Eine Erkundung des kleinen idyllischen Gewässers ist auf dem Wasserwanderweg "Einersberger Teiche" möglich. Da der Teich ein Schutz- und Rückzugsraum für seltene Tier- und Pflanzenarten darstellt, sollte in ihm auch nicht gebadet werden. Hierzu bietet sich der weiter oberhalb gelegene Obere Einersberger Teich an.

Als alter Bergbauteich steht der Mittlere Einersberger Teich heute unter Denkmalschutz und ist Teil des Oberharzer Wasserregals.

 


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Weitere Informationen:
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