Der Lautenthaler Kunstgraben

Anzeige:
Der Lautenthaler Kunstgraben
Die ersten Meter des Lautenthaler Kunstgrabens nahe Wildemann
Der Lautenthaler Kunstgraben ist ein künstlicher Wassergraben und diente einst der Versorgung der Bergwerke um Lautenthal mit Aufschlagwasser. Das Wasser des kleinen, durch Lautenthal fließenden Bergflusses Laute war zum Antrieb der Wasserräder in den Lautenthaler Erzgruben nicht ausreichend. Daher mußte zusätzliches Wasser dorthin transportiert werden. Man entnahm dieses der Innerste und wählte damals als Ansatzpunkt des Lautenthaler Kunstgrabens jene Stelle, an welcher sich bis heute das im 13-Lachter-Stollen gelöste Wasser in den Fluß ergießt. Dieses Wasser aus dem Inneren der Harzberge konnte somit genauso in den Graben eingeleitet werden wie das des genannten Gebirgsflusses.

Der Lautenthaler Kunstgraben wurde um das Jahr 1570 angelegt und hat eine Länge von etwa 8,4 Kilometer. Zum Schutz des Bauwerkes kleidete man es mit Trockenmauerwerk aus. Es verläuft über weite Strecken entlang an steilen Berghängen an der Ostseite des Innerstetals. An drei Abschnitten mit sehr unwegsamen Hanglagen erfolgte der Bau von unterirdischen Wasserläufen. Da das Gefälle des Lautenthaler Kunstgrabens geringer ist als das der Innerste, gewinnt er gegenüber dem Flußniveau bis Lautenthal rund 59 Höhenmeter. Sein Wasser war damit in der Lage, die großen Kunsträder der dortigen Bergwerke in Bewegung zu versetzen.

Ab dem Jahre 1920 verwendete man das Wasser des Lautenthaler Kunstgrabens zur Erzeugung von elektrischem Strom. Somit hatte der Graben auch über das bald darauf einsetzende Ende der Bergbauzeit in Lautenthal hinaus eine wichtige Aufgabe.

Die wirtschaftliche Nutzung des Lautenthaler Kunstgrabens wurde erst im Jahre 1967 endgültig eingestellt. Heute steht das wasserwirtschaftliche Bauwerk unter Denkmalschutz und gehört zum Kulturdenkmal "Oberharzer Wasserregal".

 


Anzeige:

Weitere Informationen:
Die Innerste | Lautenthal | Wildemann | Der 13-Lachter-Stollen | Das Oberharzer Wasserregal

HomeInhaltsverzeichnisImpressum • Foto: fm