Der Knochenbrecherweg

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Im Verlauf der letzten beiden Jahrhunderte hat sich das Antlitz der Brockenkuppe grundlegend verändert. Abgesehen vom Wolkenhäuschen wurde zwischenzeitlich die gesamte Infrastruktur mit Gebäuden, Wegen, Straßen und Freizeiteinrichtungen ausgetauscht. Vor dem Bau der Brockenstraße in der Mitte des 19. Jahrhunderts war der sogenannte "Knochenbrecherweg" der Hauptzugang zum Gipfel dieses Berges. Der genannte Fahrweg war sehr steil und steinig. Die Pferde der Fuhrwerke brachen sich auf dieser mühevollen Strecke oftmals ein Bein, wodurch der Weg seinen eigentümlichen Namen erhielt.

Seit mehr als 160 Jahren gibt es mit der Brockenstraße eine weniger gefährliche Alternativroute. Daher wird der Knochenbrecherweg seit vielen Jahrzehnten nicht mehr genutzt. Die einstige Route, welche sich heute in der Kernzone des Nationalparks befindet, ist als baumlose Linie im Gelände aber noch immer erkennbar. Ihr oberer Teil beginnt an der sogenannten "Knochenbrecherkurve" der Brockenstraße nahe der Schutzhütte und endet am Rundweg auf der Brockenkuppe wenige Meter nordöstlich der Hexenkanzel und des Teufelsaltars. Die Länge dieser Strecke zwischen Brockenstraße und Rundweg beträgt ca. 350 Meter.

Im Frühjahr 2012 kam die Idee auf, den alten Weg neu zu beleben, um die Brockenstraße zu entlasten und den Wanderern einen sicheren Weg zum Gipfel zu bieten. An manchen Tagen teilen sich unzählige Fußgänger und Fahrradfahrer sowie einige Lieferfahrzeuge die schmale Straße. Da kann es zeitweilig schon mal etwas eng werden.

Eine Öffnung des Knochenbrecherweges könnte das gewünschte Ergebnis aber nur ansatzweise liefern, da die Route nur für Personen geeignet wäre, welche sehr gut zu Fuß sind. Außerdem besteht auf der nicht umsonst Knochenbrecherweg genannten Strecke trotz Vorsichtsmaßnahmen vermutlich eine deutlich erhöhte Unfallgefahr. Gegen eine Reaktivierung des historischen Weges sprechen zudem Gründe des Naturschutzes. Ein separater Wanderweg neben der bisherigen Brockenstraße entlang der ehemaligen "Brockenmauer" wäre daher sinnvoller.

 


»»  Lesen Sie hier das Ergebnis einer Umfrage vom Oktober 2012: "Soll es zum Schutz der Natur mehr oder weniger Einschränkungen im Nationalpark Harz geben?"

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