Die Sage vom Teufelsschacht bei Straßberg

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In einem Schacht nahe Straßberg war einst ein Bergmann beschäftigt, mit dem keiner der anderen Bergleute zusammenarbeiten wollte. Dieser Arbeiter war so emsig, daß niemand mit seiner Leistung mithalten konnte. Eines Tages erfuhr dies der Teufel und forderte den Bergmann zum Wettbewerb auf. Sie traten gegeneinander an und schafften gemeinsam so viel wie nie zuvor, wobei sich der Bergmann dem Teufel letztendlich geschlagen geben mußte.

Am Zahltag erhielten sie zusammen einen Lohn von 400 Thalern und einem Pfennig. Sie konnten sich nicht einigen, wer diesen einen Pfennig erhalten sollte, so daß ihn der Bergmann schließlich in den Schacht warf. Der Teufel sprang der Münze nach und haust seitdem in dieser Grube, welche den Namen "Teufelsschacht" erhielt. Von diesem Tag an setzte auch kein Mensch mehr einen Fuß in dieses Bergwerk.

Bei dieser Sage handelt es sich um eine sehr tiefgründige und beinahe gleichnishafte Überlieferung. Der Normbrecher zerstört nicht nur den sozialen Zusammenhalt der Bergleute untereinander, sondern beschwört auch noch ein Unglück herauf, indem er den Teufel auf sich aufmerksam macht. Durch den mit dem Höllenfürsten gemeinsam betriebenen Raubbau wird die Grube eines kurzfristigen Vorteils wegen vor der Zeit unbrauchbar. Die Aussage dieser alten Sage aus dem Unterharz ist dank der zeitlosen Botschaft bis in unsere Tage hinein aktuell.

 


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Weitere Informationen:
Straßberg | Das Bergbaumuseum und Schaubergwerk "Grube Glasebach" | Sagen aus dem Harz

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