Die Sage vom Teufel in der St.-Salvator-Kirche und den Sünden, die auf keine Kuhhaut paßten

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Einstmals besuchte ein Geisterseher den Gottesdienst in der Zellerfelder St.-Salvator-Kirche. Er war ansonsten ein frommer Mann, doch durch seine Begabung konnte er eine Beobachtung machen, welche allen anderen Kirchgängern verborgen blieb. Unweit von seinem Platz saßen zwei Bergleute, welche sich Unsinn erzählten und Gott lästerten. Hinter ihnen saß der Teufel und notierte sich ihre Sünden auf die Haut einer Kuh. Bald schon war die Kuhhaut vollgeschrieben und der Teufel versuchte, diese durch kräftiges Ziehen zu vergrößern, um mehr Platz für seine Aufzeichnungen zu bekommen. Dabei verlor er das Gleichgewicht und fiel hin.

Der Geisterseher mußte laut lachen, als er dies sah. Daraufhin stellte der Pfarrer den guten Mann zur Rede und wollte den Grund für seine plötzliche Heiterkeit erfahren. Nun berichtete der Geisterseher, was er beobachtet hatte und die beiden Bergleute wurden ganz blaß vor Schreck. Der Pfarrer wandte sich an diese und sie gaben ihr sündiges Verhalten zu. Sie gelobten Besserung und waren fortan gute Christen.

Der Teufel aber, welcher seine Niederlage erkannte, zerriß die Kuhhaut und verließ das Gotteshaus wütend durch das Kirchendach. Das dabei entstandene Loch ließ sich lange Zeit nicht wieder schließen.

Seit dieser Begebenheit sagt man, wenn das Sündenregister eines Menschen übervoll ist: "Das geht auf keine Kuhhaut!"

 


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Weitere Informationen:
Clausthal-Zellerfeld | Die St.-Salvator-Kirche in Clausthal-Zellerfeld | Sagen aus dem Harz

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