Die Sage vom Raubgrafen Elger von der Ilburg

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Der Graf Elger von Ilfeld wird in alten, vom Volk meist nur mündlich weitergegebenen Überlieferungen als hinterhältiger und böser Raubgraf dargestellt. Von seiner strategisch günstig auf einer Bergkuppe im südlichen Vorland des Harzes gelegenen Ilburg aus soll er seine Beutezüge gestartet haben. Wer sich vom Süden aus Richtung Nordhausen dem Harz und dem Behretal näherte, mußte unweigerlich an dieser Burg vorbei. Die Sage berichtet, daß der böse Raubgraf jeden erschlug, der an dieser Stelle den Harz überqueren wollte.

So geschah es eines Tages, daß Kuno von Beichlingen mit einigen wenigen Männern sich dem Behretal näherte. Graf Elger lauerte ihnen auf und erschlug sie. Das Blut der Ermordeten aber sickerte in das Erdreich hinein und den Kobolden und Berggeistern, welche sich dort gerade versammelt hatten, auf den Kopf und in das Haar. Diese waren entrüstet ob dieser frevelhaften Tat und setzten buchstäblich die Erde um sie herum in Bewegung. Sie verschoben gewaltige Felsmassen, stauten dadurch die Behre an und überschwemmten mit dem Wasser den Besitz des Grafen Elger. Der Unhold selbst wurde unter den Felsbrocken verschüttet und geriet durch die steigenden Fluten in Bedrängnis. Um sein Leben zu retten, gelobte er den Berggeistern, am Ort der Bluttat ein Kloster zu stiften. Nach diesem Versprechen zogen sich die Wasser zurück in ihr ursprüngliches Bett.

Überliefert ist, daß im Jahre 1103 Graf Elger I. seinen Cousin Kuno von Beichlingen wegen Erbstreitigkeiten am Ausgang des Behretals erschlagen hat. Zur Sühne stiftete er die Ewige Lampe, deren Rekonstruktion am Ort der grausamen Tat bis heute ihr nie verlöschendes Licht ausstrahlt. Das Kloster Ilfeld wurde erst Jahrzehnte später vom Sohn des Grafen kurz vor dessen Tod gestiftet.

 


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Weitere Informationen:
Ilfeld | Die Burgruine Ilburg | Die Behre | Das Kloster Ilfeld | Die Ewige Lampe | Sagen aus dem Harz

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