Die Stangenkunst (Feldgestänge)

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Modell einer Stangenkunst
Modell einer "Stangenkunst" - rechts ragt die vom Kunstrad angetriebene Pleuelstange aus dem Bild heraus.
Die Bergleute des Oberharzes standen oft vor dem Problem, daß die zum Betrieb eines Bergwerkes notwendige Energie nicht an der Stelle verfügbar war, an welcher sie benötigt wurde. Es galt daher, geeignete Mittel und Wege zu finden, um diese Energie an den gewünschten Ort transportieren zu können.

Die erfindungsreichen Bergleute schufen zu diesem Zweck Feldgestänge, mechanische Anlagen in der Art, wie sie ein entsprechender Nachbau auf dem Bild zeigt. Eine solche - in der Bergmannssprache auch "Stangenkunst" genannte - Konstruktion wurde über ein Kunstrad mit Kurbel und Pleuelstange in Bewegung versetzt. So war es möglich, die mittels Wasserkraft erzeugte Bewegungsenergie über mehrere hundert Meter hinweg zu transportieren - auch bergauf. Im Bergwerk diente die auf diese Weise beförderte Energie zum Antrieb von Wasserpumpen, Fahrkünsten und anderen Maschinen.

Beim Einsatz von Feldgestängen traten hohe Reibungsverluste auf, die je nach Länge der Anlage bis zu 80 Prozent betragen konnten. Der Vorteil, die z.B. im Tal meist reichlich vorhandene Wasserkraft auf diese Weise aber auch oben auf dem Berg nutzbar zu machen, hob diesen Nachteil aber mehr als wieder auf.

Am Carler Teich in Clausthal-Zellerfeld können Sie den Nachbau einer solchen aus Kunstrad, Feldgestänge und Hubeinrichtung bestehenden Kraftübertragungsanlage besichtigen. Dieses Modell in halber Originalgröße ist Teil des bergbaulichen Lehrpfades zwischen dem Ringer Zechenhaus und dem Oberharzer Bergwerksmuseum.

 


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Weitere Informationen:
Clausthal-Zellerfeld | Das Oberharzer Bergwerksmuseum | Erläuterung von Begriffen rund um den Harzer Bergbau | Der Carler Teich | Die Polsterberger Hubkunst | Der Naturkundlich-geologische Lehrpfad Hasserode

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