Die Teufelsmauer

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Die Teufelsmauer bei Weddersleben
Die Teufelsmauer bei Weddersleben
Die Teufelsmauer ist eine eigentümliche Sandsteinformation mit bizarre Felsklippen im nördlichen Harzvorland. Sie reicht vom Großmutterfelsen am Ortsrand von Blankenburg bis zum Großen Gegenstein bei Ballenstedt. Ihre Gesamtausdehnung beträgt etwa 20 Kilometer.

Bei Blankenburg befindet sich nahe des Großvaterfelsens auch die mit 332 Metern über dem Meeresspiegel höchste Erhebung der gesamten Teufelsmauer. Diese teilt sich in drei große überirdische Abschnitte. Der westlichste liegt zwischen Blankenburg und Timmenrode, der mittlere Teil bei Weddersleben und die Gegensteine bilden den östlichen Abschluß.

Diese sich aus einer schon relativ ebenen Umgebung bis zu 150 Meter heraushebende Felsformation regte schon frühzeitig die Phantasie der Bewohner des nördlichen Harzvorlandes an. So ist es kein Wunder, daß sich verschiedene Sagen um die markante Felsenkette ranken.

Der Sandstein der Teufelsmauer besteht aus Ablagerungen aus der Ära der oberen Kreidezeit vor mehr als 85 Millionen Jahren. Das Eindringen von Kieselsäure machte diese Gesteinsschicht besonders hart und widerstandsfähig. Vor etwa 80 bis 75 Millionen Jahren wurde das Harzmassiv emporgehoben und verdrängte dabei die Ablagerungen früherer Epochen. So verschob sich auch das Gestein der Teufelsmauer nach Norden und gelangte dabei an die Oberfläche. Die weichen Anteile verwitterten im Laufe von weiteren Jahrmillionen. Übrig blieb eine schmale, stellenweise nur wenige Meter dicke Gesteinsschicht aus dem durch Kieselsäure gehärteten Sandstein. Diese sogenannte "Schichtrippe" bezeichnet man heute als "Teufelsmauer".

Der Sandstein der Teufelsmauer war bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts als Baumaterial sehr gefragt. Zahlreiche Betriebe der Umgebung beschäftigten sich mit dem Abbau und der Verarbeitung des Gesteins. Der weitere Bestand der Teufelsmauer geriet dadurch in ernsthafte Gefahr. Aus diesem Grund stellte der Quedlinburger Landrat am 8. Juli 1852 den Abschnitt bei Weddersleben unter Schutz. Damit ist dieser Teil der Teufelsmauer das älteste Naturschutzgebiet in Deutschland, auch wenn diese Bezeichnung seinerzeit noch nicht verwendet wurde.

Die Teufelsmauer und deren unmittelbares Umfeld sind sehr gut durch Wanderwege erschlossen. Zur Bewahrung der Natur ist es wichtig, auch außerhalb des ausgewiesenen Schutzgebietes auf den vorgegebenen Pfaden zu bleiben. Entlang der Teufelsmauer finden Sie mehrere schöne Aussichtspunkte. Besonders sehenswerte Gesteinsformationen sind der Großvaterfelsen, das Hamburger Wappen, der Königsstein bei Weddersleben und der Große Gegenstein. Die erst- und letztgenannte Felsklippe können Sie auf Leitern bzw. Treppen besteigen, um anschließend von oben eine herrliche Rundumsicht zu genießen.

Nahe der Bodebrücke an der Straße zwischen Neinstedt und Weddersleben befindet sich ein kleiner Parkplatz. Von diesem aus können Sie in wenigen Minuten zu einer hölzernen Aussichtsplattform am Fuße der Königsstein-Klippen gelangen. Ein sehr schöner Blick auf das Harzvorland präsentiert sich dort dem Auge des Betrachters.

Sehr anspruchsvoll und schwierig zu begehen, aber auch besonders attraktiv ist der Löbbeckestieg auf dem Heidelberg genannten Teil der Teufelsmauer bei Blankenburg. Bizarre Felsformationen und malerische Aussichten wechseln sich hier in großer Zahl ab und sorgen dafür, daß auf der rund 1500 Meter langen Strecke keine Langeweile aufkommt. Die Wanderung auf diesem beschwerlichen Pfad in luftiger Höhe wird Ihnen auf Grund der vielfältigen Eindrücke vermutlich lange im Gedächtnis haften bleiben.

 


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Weitere Informationen:
Blankenburg | Der Großvaterfelsen | Der Löbbeckestieg | Das Hamburger Wappen | Timmenrode | Ballenstedt | Die Gegensteine | Sagen von der Teufelsmauer | Bilder von der Teufelsmauer bei Blankenburg / Rund um den Löbbeckestieg

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