Die Jettenhöhle

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Der Eingang zur Jettenhöhle  
Betreten verboten: Die Jettenhöhle  
Die Jettenhöhle ist eine Karsthöhle in dem seit dem Jahre 1967 bestehenden Naturschutzgebiet "Hainholz". Dieses liegt im Gipskarstgebiet des Südharzes nahe des Ortes Düna südlich von Osterode. In dieser größten Höhle des Hainholzes gibt es bis zu neun Meter hohe Hallen und diverse Höhlenseen.

Die Karsthöhle ist seit Menschengedenken bekannt. Eine erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahre 1308. In der Höhle wurden zudem zahlreiche Keramikfunde aus vorgeschichtlicher Zeit gemacht. Forscher vermuten außerdem, daß in grauer Vorzeit in der Jettenhöhle diverse "Kulthandlungen" stattfanden.

Abseits des rund 600 Meter langen Hauptganges der Jettenhöhle gibt es Verzweigungen zu weiteren kleineren benachbarten Höhlen. Sie stellt zudem lediglich den verbliebenen Rest eines einst viel größeren Höhlensystems dar. Die weitverzweigten Hohlräume im Karstgestein sind auch heute noch nicht völlig erforscht.

Für die Öffentlichkeit ist die Jettenhöhle heute nicht mehr zugänglich. Es führt kein offizieller Weg zu dem an der Abbruchkante eines Erdfalls gelegenen Eingang. Obendrein versperrt eine üppige Vegetation vom Rundweg aus die Sicht zu der nicht gerade kleinen Öffnung im Fels. Ein Aufenthalt in der Jettenhöhle stellt außerdem eine nicht zu unterschätzende Gefahr dar. Die Struktur der Höhlendecken ist an manchen Stellen sehr instabil. Zahlreiche Bruchstellen sind Zeugnisse dieser akuten Einsturzgefahr.

Die Jettenhöhle ist darüber hinaus Heimstatt für eine große Anzahl von streng geschützten Fledermäusen. Ein Betreten der Höhle ist daher auch aus diesem Grund nicht gestattet. Dies gilt ebenso für alle anderen Höhlen im Hainholz.

Am Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Jettenhöhle zum Standort einer der damals üblichen Untertage-Verlagerungen der Rüstungsindustrie auserkoren. Zu diesem Zweck sperrte man die Höhle am 22. Dezember 1944, um mit den erforderlichen Umbaumaßnahmen beginnen zu können. Das auch vor der ortsansässigen Bevölkerung geheim gehaltene Projekt erhielt den Decknamen "Ör". Auf einer Fläche von etwa 2500 Quadratmetern sollte eine Firma aus Göttingen feinmechanische Geräte herstellen. Das Vorhaben kam jedoch über die Planungsphase nicht hinaus.

Das Naturschutzgebiet um die Jettenhöhle können Sie übrigens auf diversen Naturlehrpfaden erkunden. Diese führen vorbei an Erdfällen und Karstkegeln sowie der Jettenquelle. Hier erleben Sie eine unberührte Natur mit seltener Flora und Fauna.

 


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Weitere Informationen:
Das Naturschutzgebiet Hainholz | Bilder aus dem Naturschutzgebiet Hainholz | Übersicht über die Höhlen im Harz | Der Karstwanderweg | Begriffserklärungen zu Karsterscheinungen

In der näheren Umgebung befinden sich:
Herzberg | Osterode | Das Naturschutzgebiet "Teufelsbäder"

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